Vom Nähen zur Gießkeramik - mit Zweifeln, Fluchen und Ausprobieren kommt man doch ans Ziel
Wie alles angefangen hat – mein Weg vom Nähen zur Keramik und zu meinem Onlineshop
Viele von euch wissen ja, dass wir mit handgenähten Kinderkleidern angefangen haben. Erst nur für uns selber, dann für Freunde, dann mit Onlineshop und weit über die Grenzen von Rottenburg hinaus.
Dann hat aber die ganze Entwicklung der Handmade-Näh-Bubble so eine extreme Entwicklung hingelegt, dass wir uns überlegen mussten, wie es bei uns weitergeht. Denn auf einmal fluteten Muttis mit Nähmaschinen den Markt, die ihre selbstgenähten Pumphosen für 9,- Euro verkauft haben, die keinen Gedanken an die Textilkennzeichnungspflicht oder die richtige Preisgestaltung im Handmadebereich verschwendet zu haben. Jede Mama, die eine Nähmaschine hatte, hat dann ihre selber genähten Pumphosen verkauft und wir, die uns um gewerblich nutzbare Schnittmuster und um entsprechende Lizenzabgaben gekümmert haben, hatten auf einmal viel teurere Preise und sind im direkten Vergleich natürlich gnadenlos unterlegen.
Denn leider konnte man auf den Artikelfotos nicht erkennen, wie hochwertig und weich unsere Bio-Stoffe waren und dass wir eben nicht auf der Discounter-Nähmaschine den günstigen Stoff mit günstigem Garn zusammengenäht haben, der sich nach der ersten Wäsche gnadenlos verzieht. Leider hat sich auch niemand dafür interessiert, dass wir in allen unseren genähten Artikeln ein ordnungsgemäßes Etikett mit allen gesetzlich vorgegebenen Angaben eingenäht haben.
Viele dieser kleinen Schritte und Enttäuschungen über Verkäuferinnen, die mit unrealistischen Kampfpreisen den Handmade-Markt kaputt machen, haben dann zu der Entscheidung geführt, dass wir uns umorientieren und die Berge von hochwertigen Textilien und Stoffen nur noch für unseren eigenen Bedarf vernähen werden.
Nach einer kurzen unsicheren Phase haben wir uns den Gießformen zugewandt und auch gleich einige Ideen gehabt, die sich online umsetzen ließen.
Kreativität, die schon lange da war
Schon als Kind habe ich sehr gerne gemalt und gebastelt. Jeder Eierkarton wurde bemalt, jede Klorolle zerschnitten und auch den Hamstern, die wir damals als Haustiere hatten, wurden Labyrinthe aus Papier und Pappe gebaut.
Als dann in der weiterführenden Schule noch der Handarbeitsunterricht mit Tonen, Nähen und Holzarbeiten dazugekommen ist, waren es immer diese Momente, in denen ich was mit den Händen gearbeitet habe, die mich ruhig, glücklich und ausgeglichen gemacht haben.
Wie ich zur Keramik und zum Beton gefunden habe
Vom Papa auf der Baustelle kannte ich Gips zum Löcher und Risse füllen und das Anrühren von Beton und Wasser hat auch in der kleinen Version in der eigenen Werkstatt nichts an Faszination verloren. Ich rühre zwar nicht mit einem langen Holzstab im Eimer, sondern manchmal nur eine ganz kleine Menge mit Teelöffel und Pappbecher, aber aus Trocken und Flüssig einen zähfließenden Brei anzurühren hat immer noch einen unbeschreiblichen Reiz für mich.
Vom „Nur für uns“ zur ersten Nachfrage
Am Anfang habe ich nur für uns zuhause gestaltet: ein Dekoteller als Ablage, eine Schale fürs Bad, ein Kerzenständer für Freunde. Dann nach und ein Geschenk zum Einzug, zum Geburtstag und als kleines Dankeschön und nach den ersten Rückfragen „Wo hast du das her?“ war der Schritt in den derzeit brach liegenden Onlineshop auch nicht mehr weit.
Der Moment, in dem aus der Idee ein Plan wurde
Irgendwann war klar: Wenn ich meine ganzen Versucherle und Probeexemplare aus der Werkstatt sinnvoll weiternutzen möchte, muss ich ein System reinbringen und die Artikel ansprechend präsentieren.
Parallel dazu wuchs in mir der Wunsch, meine Produkte so zu zeigen, dass sie „gewollt“ werden und dass dann auch von Leuten, die mich nicht kennen.
Ich fing an, das Fotografieren von Produkten zu üben, habe Kurse und Webinare besucht, mir eine neue Kamera und Rückwände gekauft, von meiner Schwester schöne Studiolampen geschenkt bekommen und nach und nach sind die ersten Artikelfotos in den Onlineshop gewandert.
So alles halbe, dreiviertel Jahr bekomme ich einen Rappel und schmeiße den Shop um, möchte alle Artikel neu fotografieren und suche einen Schuldigen, warum irgendwas jetzt wieder nicht klappt, aber mittlerweile gibt es so viele Fans von Mama Drea Artikeln, dass auch der 2024 aufgestellte Schrankladen vor unserer Haustüre regelmäßig leer gekauft wird.
Warum ich mich freue, dass du hier bist
Dass du diesen Beitrag liest, ist für mich alles andere als selbstverständlich. Hinter jedem Stück in meinem Shop steckt Zeit, Liebe und Handarbeit – aber genauso steckt dahinter eine Geschichte, die man auf den Produktfotos nicht immer auf den ersten Blick sieht. Mit diesem Blog möchte ich dir genau diese Geschichten erzählen: wie die Stücke entstehen, wo ich arbeite, welche Materialien ich nutze und was mich inspiriert. Heute hast du den ersten Teil meinen Weges kennengelernt – in den nächsten Wochen nehme ich dich mit in meine Werkstatt, zeige dir meine Werkstoffe und stelle dir nach und nach einzelne Produkte genauer vor.
Damit das hier nicht nur so eine einseitige Sache bleibt, schreibe mir doch mal in die Kommentare, wie bist du auf meinen Shop aufmerksam geworden bist und welchen Artikel du dir aussuchen würdest, wenn du nichts bezahlen müsstest?
Viele Grüße
Andrea von Mama Drea